~ Zuckerfrei als Mama – geht das? ~
Erschöpfte und müde als Mama – wer von uns kennt das nicht? Mir wird in den letzten Monaten mehr und mehr bewusst, wie kostbar meine Selbstverantwortung ist. Ich bin nicht Opfer meiner Umstände, sondern handlungs- und gestaltungsfähig. Das Leben als Mama ist vor allem in der Baby- und Kleinkindphase körperlich sehr anstrengend. Immer wieder habe ich versucht mich mit Kaffee und Zucker durch besonders müde und schwere Tage zu retten. Mir etwas „gönnen“, weil es schwer ist. Und bitte, versteh mich nicht falsch, sich etwas zu gönnen ist sowas von gut! Nur habe ich verstanden, dass ich mir Dinge gönne, die mir langfristig einfach nicht gut tun. Mir noch mehr Energie rauben. Zucker in der Ernährung ist so ein Faktor, der mich schon eine Weile beschäftigt. In der Fastenzeit habe ich begonnen, statt gekauften Süßigkeiten nur noch Selbstgemachtes zu naschen. Ich wollte nicht 40 Tage verzichten und dann weitermachen wie zuvor, sondern langfristige positive Veränderungen schaffen. Ich schaffe es nicht zu 100% (habe ich schonmal erwähnt, dass Disziplin nicht sooo mein Ding ist…), aber doch deutlich besser als ich gedacht hätte.
Dann habe ich mich mit Christina Waser unterhalten – eine tolle Mama von drei Jungs, die in der Fastenzeit einen vollkommen zuckerfreien Weg eingeschlagen hat und dabei bleibt. Dieser Gedanke schüchtert mich noch ein wenig ein und gleichzeitig wollte ich unbedingt mehr darüber erfahren, wie das als Mama gelingen kann. Ich bin so beeindruckt von ihrer Geschichte und Christina war so lieb und hat sich Zeit genommen für ein schriftliches Interview, um ihre kostbaren Erkenntnisse mit uns zu teilen – ein großes Dankeschön dafür!
Was hat dich dazu bewegt, dich mit zuckerfreier Ernährung auseinanderzusetzen?
Das Thema Ernährung beschäftigt mich schon sehr lange. Ich habe mehrere körperliche Leiden. Seid meiner ersten Schwangerschaft 2017 habe ich extreme Zahnfleischprobleme. Da hat mal ein Zahnarzt gesagt, es sei egal was ich esse, es käme nur auf die richtige Behandlung an. Die aber auch nicht geholfen hat. Mein Magen bereitet mir immer wieder Probleme und meine Gelenke schmerzen öfters. Ich habe mich dann einige Zeit vegetarisch ernährt und ein ganzes Jahr lang war ich glutenfrei unterwegs. Dies hat aber auch zu keiner Besserung meiner Symptome geführt.
Kurz vor der Fastenzeit diesen Jahres (2026) bekam ich einen Flyer auf dem der Kurs „Richtig Zuckerfrei“ (mit Kathrin Kirberg) angeboten wurde. Zuerst war ich natürlich skeptisch, denn wie könnte ich meinen Kakao weglassen, den ich jeden Tag trinke. Doch irgendwann habe mich dazu durchgerungen und habe mich angemeldet. Ich dachte, die Fastenzeit steh ich schon durch und danach mach ich halt normal weiter. Es ging mir aber dann in dieser kurzen Zeit deutlich besser, sodass ich bis jetzt zuckerfrei bin.
Wie hast du den Start geplant und umgesetzt? Hattest du dabei Unterstützung?
Unterstützung hatte ich von Seiten meiner Familie keine. Viele haben gemeint, wirst du jetzt noch dünner, wenn du noch weniger isst. Ich war so stark, dass ich es trotzdem durchgezogen habe.
Ich hatte den Kurs als Hilfe.
Zu aller erst geht es darum, dass man mal alle Lebensmittel die Zucker enthalten, besonders die verarbeiteten, aus der Küche und dem Blickfeld räumt und auch keine mehr kauft. Ich habe alle Süßigkeiten in den Keller geräumt und da liegen sie noch heute. Dann kann man sich Alternativen zum bisherigen Essen überlegen. Anstatt Marmelade nehme ich verschiedene Nussmuse, Müsli mache ich selbst und zu Zwischenmahlzeiten gibt’s bei uns jetzt Gemüse oder Nüsse.
Wie hast du die Umstellung mit Mann und drei Kindern organisiert?
Das ist natürlich nicht sehr einfach. Sie sind auch nicht komplett zuckerfrei. Das Mittagessen geht z. B. sehr leicht, da ich so wie so fast nie Zucker dafür verwendet habe. Für den Hunger zwischendurch stell ich Gemüse hin und das wird sehr gut angenommen. Marmelade dürfen sie essen und für das Nutella am Sonntag habe ich eine Alternative gefunden. Gesüßt mit Datteln.

Gab es Widerstände von deinen Kindern – und wie bist du damit umgegangen?
Widerstände sind immer wieder da. Ich versuche es dann damit zu erklären, warum es dem Körper nicht gut tut jetzt diese Schokolade oder diese Gummibärchen zu essen. Man wird eher müde als dass man Energie bekommt und man kann krank werden wenn man zu viel Zucker isst. Öfters muss ich aber einfach die Nörgelei aushalten und stark bleiben.
Wie sehen typische Mahlzeiten bei euch aus?
Bei uns steht immer geschnittenes Gemüse auf dem Tisch, meist auch schon zum Frühstück. Ich frühstücke oft auch deftig. Dinkelreis mit Eiern und Gemüse drin, die Reste vom letzten Mittagessen oder selbstgemachte Aufstriche.
Zum Mittagessen gibt es fast immer Salat und das Gemüse ist die Hauptspeise. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: Gemüsesuppe, pikanter Kaiserschmarrn aus Dinkelvollkornmehl, Kartoffelpuffer mit Gemüse,…
Wir trinken nur Wasser oder Tee.
Welche Snacks funktionieren besonders gut ohne Zucker?
Nüsse, Mandeln, Gemüsesticks, Maiswaffeln oder selbstgemachte Kekse mit der Süße von Erdmandeln.
Gibt es Ausnahmen (Geburtstage, Schule, Kindergarten,…)?
Ausnahmen mache ich wirklich nur ganz selten. Und wenn, dann in der Form, dass ich mir mal paar gute Bio-Erdbeeren gönne. Die Kinder dürfen natürlich auch mitessen, wenn es Kuchen oder Eis gibt. Zu Hause ist es mir wichtig, dass wir bewusst essen und die Kinder das auch lernen.
Was war die größte Herausforderung bei der Umstellung?
Der körperliche Entzug. Ich hatte mehr Magenprobleme, da ich nur noch Vollkornmehl und viel Körnerbrot und mehr rohes Gemüse esse. Stimmungsschwankungen und Kopfweh hatte ich 1-2 Wochen, bis sich mein Körper umgestellt hatte.
Gab es Momente, in denen du gezweifelt hast oder rückfällig geworden bist?
Ab dem Zeitpunkt als ich gemerkt habe, dass mir zuckerfrei zu essen gut tut, hatte ich keine Zweifel mehr. Rückfällig in dem Sinn kann man nicht werden. Ich lebe keinen Entzug, sondern einen bewussten Lebensstil.
Wie reagiert dein Umfeld (Familie, Freunde) auf euren Lebensstil?
Ganz unterschiedlich. Manche verstehen es gut und andere wiederrum wollen es vielleicht nicht verstehen. Sie bieten mir immer noch Kuchen an oder lassen den Zucker beim Salat nicht weg, wenn wir zum Mittagessen eingeladen sind. Ich reagiere gelassen und lehne dankend ab.
Hast du Veränderungen bei dir oder deinen Kindern bemerkt (z. B. Energie, Konzentration, Stimmung)?
Ich habe auf jeden Fall mehr Energie, was ich so genial finde. Meine Gelenks- und Magenbeschwerden sind besser geworden. Und ich bin länger satt. Zwischen Frühstück und Mittagessen brauche ich fast nie eine Zwischenmahlzeit.
Welche Tipps würdest du anderen Eltern geben, die zuckerfrei starten wollen?
Werdet euch bewusst wo überall Zucker drin ist und dann überlegt, ob ihr diese Lebensmittel wirklich auf eurem Speiseplan braucht oder ob man sie durch zuckerfreie ersetzen kann. Stark verarbeitet Lebensmittel oder Lebensmittel mit einer langen Zutatenliste solltet ihr meiden. Am besten ist es natürlich frisch zu kochen.
Gibt es bestimmte Lebensmittel oder „versteckte Zucker“, auf die man besonders achten sollte?
Zucker hat viele Namen. Wenn man die kennt, sieht man sofort ob in den Lebensmitteln Zucker enthalten ist. Es gibt auch Lebensmittel, bei denen man nicht denken würde, dass Zucker drin ist. Bei mir war das der Senf, die Essiggurken oder auch Brot. Ich habe bis jetzt nur sehr wenig Brot gefunden ohne Zucker.
Nützt du Alternativen zu Zucker (z. B. Obst, natürliche Süße)?
Wenn man wirklich zuckerfrei leben möchte, sollte man auch auf Alternativen verzichten. Datteln z. B. wirken im Körper wie Haushaltszucker. Wenn ich mal Kekse backe, nehme ich Erdmandeln. Die sind für mich schon süß. Oder auch Cashewnüsse oder roter Paprika sind für mich süß genug.
Hat sich dein Blick auf Ernährung insgesamt verändert?
Ja. Mir ist nun bewusst, wie man seine Gesundheit mit Ernährung beeinflussen kann. Positiv oder negativ. Essen dient nicht nur dazu um satt zu werden, es kann auch dem Wohlbefinden dienen.
Gibt es etwas, dass du heute anders machen würdest, wenn du nochmal anfangen würdest?
Klar. Ich würde vor allem die Süßigkeiten und Chips weglassen und mehr Gemüse essen. Auch beim Trinken würde ich auf Säfte verzichten.
Was wäre ein guter, erster Schritt, wenn jemand sagt – Ich möchte mich gesünder ernähren, aber zuckerfrei ist mir noch eine Nummer zu groß?
Man muss ja nicht gleich den ganzen Zucker weglassen, aber bewusst schauen, was man isst. Viel Gemüse, vor allem grünes Blattgemüse auf den Speiseplan setzen.
Wenn du anderen Müttern eine Sache mitgeben könntest – welche wäre das?
Seid stark und geht euren Weg, auch wenn euch jemand was anderes einreden möchte.
In diesem Sinne wünsche ich dir alles Liebe und viel Kraft auf deinem individuellen Weg. Ich bin so beeindruckt von Christina’s Ruhe und ihrem Hinspüren, was ihrem Körper wirklich gut tut. Davon möchte ich mich inspirieren lassen und kleine Schritte in die richtige Richtung gehen, die mir wirklich gut tun =)
Schön, dass wir gemeinsam auf dem Weg sind!

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Nähere Infos zu den Kursen von Kathrin Kirberg findest du unter: https://www.kathrinkirberg.de/
(Nennung unbeauftragt, unbezahlt)
Foto – Familie Waser
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2 Comments
Viola
Hallo Franzi, vielen Dank das du dieses Thema aufbringst.
Hallo Christina, sehr beeindruckend was du machst. Du siehst wunderschön aus und gut das du dir das nicht hast ausreden lassen. Tolle Ideen und Gedanken.
admin
Danke für die Rückmeldung, Viola – Wie schön, dass du dir dafür Zeit genommen hast! =)