~ „Krankenschwester der Nationen“ – ein Interview mit Paula Leitner ~

Ich habe Paula in der Ausbildung zur IFnT-Beraterin kennengelernt und bin total fasziniert von ihrer Lebensgestaltung, ihrer Vision und Mission. Mir selbst liegt die Einheit im Leib Christi ebenfalls am Herzen und ich muss immer wieder an das Zitat von Kardinal Christoph Schönborn zu diesem Thema denken: „It’s all about friendship!“. Paula baut ihn ihrem Leben viele Brücken, die für uns alle von Bedeutung sind. Mit ihrem herzlichen Wesen, ihre tiefen Liebe zu Jesus, Israel und den Menschen, die ihr begegnen trägt sie Schritt für Schritt Versöhnung in diese gebrochene Welt. Es ist mir eine Ehre, euch hier einen kleinen Einblick in ihr  spannendes Leben geben zu können:

Liebe Paula, schön, dass du da bist!
Magst du kurz ein bisschen von dir erzählen?

Shalom, ich bin Paula Leitner und ich wurde in eine niederländische katholische Familie hineingeboren. Ich wuchs in der Charismatischen Erneuerung auf, die zu dieser Zeit sehr ökumenisch war. Hier konnte ich den Reichtum der Vielfalt innerhalb des Leibes des Messias erleben und gleichzeitig meine eigene Tradition annehmen. Auch Israel war bei diesen Treffen „präsent“, und ich entwickelte eine natürliche Liebe zu Israel als Gottes auserwähltem Volk und Land.

Als ich heranwuchs, schenkte Gott mir mehrere Orte, an denen sowohl die Liebe zu Israel als auch die Liebe zur Vielfalt im Leib des Messias genährt wurde und wachsen konnte. Nach meiner Ausbildung arbeitete ich drei Jahre in Afrika als Krankenschwester sowie in der Mission. Seit 2008 hat Gott begonnen, mich mit dem messianisch-jüdischen Teil des Leibes des Messias zu verbinden.

Gleichzeitig hat er mir eine Berufung gegeben, für die Einheit des Leibes des Messias zu arbeiten, zunächst zwischen Juden und Heiden, dann auch zwischen verschiedenen Konfessionen. Ich bin Missionarin mit einer Berufung auf dem Gebiet der Versöhnung und Wiederherstellung und führe das vor allem im Fürbittgebet und im Lobpreis aus.

Das heißt die Vision deiner Arbeit ist Versöhnung und Wiederherstellung – wie kann ich mir das im Alltag konkret vorstellen?

Ich arbeite mit verschiedenen Organisationen zusammen, vor allem mit TJC II (Towards Jerusalem Council II). Außerdem reise ich sehr viel und lebe stets aus dem Koffer und oft bei und mit anderen Menschen zusammen. Seit vier Jahren lebe ich als Missionarin ohne eigenen festen Wohnsitz. Das ist einerseits sehr schön und abenteuerhaft und gleichzeitig manchmal einsam und recht anstrengend, wenn es keinen eigenen sicheren Rückzugsraum gibt.

Die zweite sehr wichtige Organisation mit der ich zusammenarbeite ist Fountain of Tears (=die Quelle der Tränen). Dies ist eine besondere Gedenkstätte für den Holocaust, ein Dialog des Leidens zwischen dem gekreuzigten Jeschua und einem Überlebenden des Holocaust. Dort bin ich sehr viel mit den Besuchern in Kontakt, mache Führungen und bin im Gebet. Vieles in meiner Arbeit passiert zwischen Gruppen aber auch in der persönlichen Begegnung mit einzelnen Personen geschieht Heilung und Versöhnung.

Du bist gerade dabei den IFnT (Insight Focused neuro Therapy) Kurs abzuschließen (dort haben wir uns kennengelernt – so ein Geschenk!)- inwiefern hat IFnT deinen Alltag und auch deine Arbeit bisher beeinflusst?

In den Niederlanden sind wir sehr effizient und zielgetrieben und es tut mir gut, zu lernen, das ein Stück weit loszulassen. Zielgetrieben zu sein, bringt viel Erfolg und doch habe ich gelernt, wie wichtig es ist, in die Beziehung zu gehen und zu investieren. Durch die IFnT lerne ich auch, mehr in die Beziehung zu mir selbst zu investieren.

Das „Emergent Living“ – ich denke, „aufblühendes Leben“ ist eine gute Übersetzung – habe ich durch die IFnT kennengelernt. So zu denken, schenkt sehr viel Raum und Weite. Es lädt ein, sich im Hier und Jetzt umzusehen und im Moment zu leben, wodurch der Horizont ganz breit wird und es nicht nur einen kleinen Punkt gibt, den man erreichen muss.

Es entsteht Raum im Denken, Raum zum Atmen, Raum zum Sein. Persönlich hilft mir das sehr viel und nimmt mir von dem Druck, „Erfolg“ haben zu müssen.

Eine der Grundhaltungen der IFnT ist auch, lernen, nicht zu urteilen. Auch das ist sehr wichtig für meine Arbeit – nicht urteilen, auch wenn von der anderen Seite kein Verständnis da ist. Versöhnung zu leben. Mit einer liebevollen Haltung aufeinander zuzugehen.

Und so wie IFnT Einzelpersonen hilft, Raum zu schöpfen, für sich selbst und von dort aus kreative Wege zu finden, um Lösungen zu finden. Viel von meiner Arbeit passiert zwischen Gruppen – da möchte ich IFnT in der Zukunft gerne auch mehr einbringen und entdecken.

Was hat sich in deiner persönlichen Beziehung zu dir selbst durch IFnT verändert?

Sehr praktisch lerne ich, innezuhalten. Mal nicht zu rennen und effektiv zu sein, sondern wirklich innehalten, den Moment genießen und erfahren, was ist jetzt gerade? Durch die Fragen von „Wie ist das für mich?“ und „ Was ist da noch?“ und „Ist da noch mehr?“ erfahre ich mehr Ruhe und Tiefe.

Zum Beispiel ein kleiner Moment von draußen sitzen, in der Wüste und den Wind auf der Haut spüren und mir selbst begegnen und Gott begegnen. Und das ist, denke ich, für jeden von uns total wichtig.

Besonders da ich viel unterwegs bin und immer bei Menschen wohne, ist es wichtig, Momente für mich zu nehmen, Raum einzunehmen und genießen. Ich merke auch, wie viel Gott in den Beziehungen und Begegnungen mit all den Menschen auf meinem Weg an Versöhnung und Wiederherstellung tut. Es ist auch sehr herausfordernd, meinen Platz zu finden und diese Momente bewusst zu erleben, hilft mir.

Hat sich in deiner Beziehung zu Gott etwas verändert?

Ja, tatsächlich hat mich die Übung in den ersten drei Einheiten der IFnT Ausbildung total tief bewegt. Dabei waren wir eingeladen an eine Begegnung mit Gott zu denken und diese Erinnerung zu vertiefen. Die Begegnung mit Gott wird intensiver und tiefer, wenn ich mir erlaube, die Fragen der IFnT zu stellen (wie zum Beispiel „Wie ist das für mich?“ und „Wie ist dieser Gott, dem ich da begegnet bin?“ und „Und wie ist er noch?“). Nun frage ich Gott manchmal „Wie möchtest du mir heute begegnet?“ und dann frage ich mich „Wie ist dieser Gott für mich?“ , „Und wie ist er noch?“.

Was möchtest du den LeserInnen gerne mit auf den Weg geben?

Wir dürfen unterwegs sein. Jesus ist da –  mit Trost und Heilung, dort wo du bist. Jesus hat von sich gesagt – er ist der Weg (nicht das Ziel). Wir dürfen unterwegs sein, wir dürfen noch nicht da sein. Gott hat Heilung für uns auf dem Weg. Wir müssen nicht da stehen bleiben mit der Last die wir tragen – er hat Trost und Heilung für uns.

Ich bin so tief berührt von Paulas Leben und ihrem Dienst am Leib Christi. Für mich ist es so ein Trost und Segen zu wissen, dass Paula mit ihrem Leben und ihrem großen Herzen für Versöhnung und Wiederherstellung arbeitet. Für mich war es auch sehr spannend, mehr über die verschiedenen Organisationen zu erfahren, deshalb habe ich sie unten noch einmal kurz angeführt und verlinkt.

Wenn du Paulas Arbeit unterstützen möchtest, kannst du das im Gebet tun sowie auch gerne etwas geben! =)  Sie freut sich auch immer über persönlichen Kontakt, falls du noch Fragen oder ermutigende Worte für sie hast, melde dich gerne bei paulaleitner@hotmail.com!

Quellen und weiter Infos unter:

  • TJCII: eine Vision für Wiederherstellung und Einheit im Leib des Messias zwischen Christen aller Kirchen und messianischen Juden
  • Fountain of Tears: die Quelle der Tränen. Dies ist eine besondere Gedenkstätte für den Holocaust, ein Dialog des Leidens zwischen dem gekreuzigten Jeschua und einem Überlebenden des Holocaust
  • Streams in the Desert: Streams in the Desert, ein messianischer Dienst für alleinerziehende Familien im Negev
  • Mission 4 Unity: Die Mission für Einheit, ein Dienst für die Einheit der Christen, der auch eine Verbindung zu messianischen Juden herstellt
  • KCV: Katholische Charismatische Erneuerung. Diese charismatische Bewegung innerhalb der katholischen Kirche ist eine Bewegung der Erneuerung für das persönliche Leben der Gläubigen und für das der Kirche
  • Blog von Paula:hier findest du viele spannende und berührende Einblicke in Paulas Alltag und ihre Arbeit.

Hier kannst du diese wertvolle Arbeit auch finanziell unterstützen:

Stichting Mission 4 Unity International
IBAN: NL06INGB 0006516275
Verwendungszweck : Missionaris voor Verzoening

2 Comments

  • Franziska Partinger

    Liebe Franzi, du bist sichtlich aus Österreich…ich auch….und ich bin bis WhatsApp mit Paula verlinkt…, deshalb hab ich dein nettes Interview mit ihr gelesen….. übrigens ich bin auch bei Tjcii….herzliche Grüße sendet dir Franziska

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