~ Was wir gegen Mobbing tun können ~
Seit dem Amoklauf in Graz begegnet mir wiederholt das Thema „Mobbing“ in Zeitungsartikeln, Gesprächen und den sozialen Medien. Es wird viel darüber gesprochen wie die „Täter“ bestraft und die „Opfer“ geschützt werden können. Was mir im Diskurs allerdings fehlt ist die Überlegung, wie sich dieses Problem an der Wurzel behandeln lässt. Denn Fakt ist auch, dass noch kein „Mobber“ als solcher zur Welt gekommen ist, sondern zu solchem wurde, durch das, was ihm oder ihr auf dieser Welt widerfahren ist.
Nun habe ich mir überlegt, was ich, Franzi, als Mama von drei kleinen Kindern, heute, hier und jetzt tun kann:
- Gut zu mir selbst sein – Ich lebe meinen Kindern vor, dass es gut und wichtig ist, sich selbst lieb zu haben, zu mögen, mit sich freundlich zu sprechen, sich Fehler zu erlauben und als Wachstumschance zu sehen. Sie dürfen sehen, dass ich nicht perfekt bin, Pausen mache und dennoch stets bereit bin, zu lernen und zu wachsen.
- Meinen Kindern ihren Wert zusprechen – von Anfang an spreche ich meinen Kindern zu, dass sie geliebt sind. Ohne Wenn und Aber. Von Gott gewollt und wunderbar gemacht. Jeder Mensch verdient auf Grund der Würde, die ihm von Gott geschenkt ist, dass wir ihn respektvoll behandeln. Auch ich verdiene es, respektvoll behandelt zu werden. Meine Sehnsucht ist, dass das, was andere über sie sagen, nie so viel Power hat, wie das, was sie von zuhause bereits über sich wissen.
- Kultur der Ermutigung leben – Auch das beginnt in mir selbst. Wie spreche ich im inneren Dialog? Habe ich ermutigende Worte für meinen Mann und meine Kinder übrig? Im Zweifelsfall versuche ich (es ist ein Lernprozess!) zu riskieren, ein bisschen komisch rüberzukommen und auch fremde Menschen einfach mal mit einem guten Wort anzusprechen. Ein einziges Mal ist es mir bisher passiert, dass mir ein fremder Mann zugesprochen hat, dass ich eine tolle Mutter bin. Wow, das hat etwas mit mir gemacht. Es hat soooo gut getan und ermutigt mich bis heute. So möchte ich leben!
- Gesunde Grenzen – Besprechen, was ist ok, was ist nicht ok. Was mache ich, wenn jemand etwas sagt oder macht, das nicht ok ist. Wie wahre ich meine Grenze, wann und wie hole ich mir dazu Hilfe? Für eine klare Kommunikation brauchen unsere Kinder (und auch wir Erwachsene) eine Sprache, die klar, verständlich und wertschätzend ist.
- Mut zur Wut – Mobbing macht mich wütend. Weil es Grenzen verletzt, die Würde eines anderen Menschen untergräbt und schlichtweg nicht in Ordnung ist. Diese Wut, so möchte ich behaupten, verspürt der Großteil von uns, wenn wir mit solchen Situationen konfrontiert sind. Lassen wir uns von ihr den Mut schenken, auch wirklich etwas zu verändern. Schreite ein! Wenn nötig, hole dir Verstärkung und schreite ein! Mobbing hört in der Regel niemals von selbst auf. Jedoch lebt es davon, dass sich die mobbende Person oder Personengruppe (ich habe gelesen, es sind in der Regel drei Personen, ein Anführer und zwei „Helfer“) in der Übermacht sieht. Sobald ein Mobbingziel Unterstützung und Solidarität erfährt, nimmt das viel Wind aus den Segeln.
Das sind meine ersten Gedanken zu dem Thema – mich würde sehr interessieren, wie gehst du damit um? Welche Erfahrungen hast du zu dem Thema gemacht? Was sind deine Strategien?

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