~Wochenbettgedanken~

Ursprünglich hatte ich geplant, dieses Jahr monatlich einen Beitrag zu veröffentlichen. Im September hat das nicht geklappt – aus einem sehr schönen Grund. Unser Sohn Laurenz hat sich 11 Tage vor dem Entbindungstermin auf den Weg gemacht. Die Zeit im Wochenbett fordert mich heraus. Der Computer musste erst mal warten. Fast ein wenig überrascht habe ich festgestellt, dass es mich nicht stresst, dieses Ziel nicht erreicht zu haben. Jetzt haben wir schon Mitte Oktober und meine Gedanken lassen sich nur schwer ordnen und auf Papier bringen.

Schlafmangel und (man glaubt es kaum) die erste Periode schon nach fünf Wochen sorgen für Erschöpfung. Für alle Mamas da draußen, die auch voll stillen und es kaum glauben können – ja, das ist möglich 😉 Ich bin also müde. Wenig überraschend. Gleichzeitig begegne ich an meinen Grenzen täglich und so intensiv wie selten zuvor in meinem Leben, der Gnade Gottes. Nicht weil ich großartig bin, sondern weil ich so bedürftig bin, versuche ich täglich in der Schrift zu lesen und Zeit mit Gott zu verbringen. Nichts und wirklich nichts in meinem Leben lässt mich so viele Höhen und Tiefen erleben wie mein Mama-Sein. Dabei führt mich diese Erfahrung vor allem in ein tieferes Vertrauen zu Gott. In ein tieferes Verständnis meiner Abhängigkeit von Seiner Gnade.

„Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir;
denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.
Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen,
damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.“

2 Kor 12,9

In den letzten Wochen ist mir wieder neu klar geworden, wie wichtig Gemeinschaft ist. Wie sehr wir als Menschen aufeinander angewiesen sind und uns aufeinander stützen dürfen. Hilfe anzunehmen hat mir ehrlich gesagt immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Darum zu bitten noch viel mehr. Nicht, weil es dafür keine Möglichkeiten gäbe, sondern weil mein Stolz mich daran hindern möchte. Jemand, der um Hilfe bittet, drückt damit Schwachheit und Bedürftigkeit aus. Ui. Unangenehm, nicht wahr? Spaß macht es mir noch immer nicht, offen zuzugeben, dass ich eben nicht alles im Griff habe und alles alleine schaffe und dennoch macht es mir Freude. Denn es zeigt mir, dass ich wachsen und reifen durfte. Ein bisschen mehr Demut und Ehrlichkeit mir selbst und anderen gegenüber. Ein Stück Freiheit, weil ich meine Schwäche nicht mehr maskieren muss. Ich bin jetzt auch ein bisschen froh, dass ich diese Zeilen hier aufschreibe und vermutlich wieder mal lesen werde. Wie bei so vielen meiner Wachstumsthemen, wird auch dieses wieder kommen… 😉

  • Fällt es dir schwer, zu deiner Schwäche zu stehen?
  • Bittest du um Hilfe oder glaubst du, alles alleine schaffen zu müssen?

Sei ermutigt, deine Masken und vermeintliche Tapferkeit abzulegen und dich auf die Menschen in deinem Umfeld zu stützen. Es ist ein Geschenk Gottes und entspricht Seinem Plan, dass wir einander brauchen <3

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