~ Pausentaste ~

Ein weiteres Key-Learning beim Lesen des 1. Weges von Stephen R. Covey war die Entdeckung der „Pausentaste“. Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit zu entscheiden, wie wir auf einen Reiz reagieren. Laut dem Autor liegt genau in dieser Freiheit unser Wachstum und Glück.

Wie oft machen wir im Alltag die Erfahrung, dass Gefühle überkochen und diese Freiheit, überlegt und besonnen zu handeln, wie ein ferner Traum klingt?

Der Schlüssel zu diesem geheimen Raum zwischen Reiz und Reaktion liegt in einer individuellen Pausentaste. Eine Strategie, die wie eine Türöffner zu diesem geheimen Raum funktioniert, denn allzu oft rasen wir vom Reiz an der geschlossenen Tür vorbei zur Reaktion und fragen uns erst im Nachhinein, ob es da nicht noch einen anderen Weg gegeben hätte.

Wie so Vieles im Leben ist auch die Integration einer Pausentaste in den Alltag ein Prozess. Wenn du die Sehnsucht verspürst, deinen Emotionen nicht ausgeliefert zu sein und vom Reagieren ins Handeln zu kommen, lade ich dich auf diese Reise ein:

Was gibt es für „Pausentasten“?

Welche kann für mich konkret funktionieren?

Was mache ich, wenn es schiefgeht?

Hier teile ich meine TOP 5  Pausentasten mit dir:

  1. ATMUNG: Für diese Strategie kann ich dir vorneweg empfehlen, Atemübungen schon präventiv in deinen Alltag einzubauen. Dafür gibt es zahlreiche Auswahlmöglichkeiten wie beispielsweise vier Sekunden einatmen, vier Sekunden Luft anhalten, vier Sekunden ausatmen. Atmen mit Fokus auf Körperwahrnehmung – den Atmen an verschiedene Körperstellen schicken. Bauchatmung. Atmen ist deshalb so eine praktische Pausentaste, weil du es ohnehin tun musst. Tust du es aber für diesen einen Moment bewusst, kannst du diese Millisekunden nutzen, um in diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion einzutreten.

    Durch regelmäßige Atemübungen lernst du deinem Nervensystem, wie es sich entspannen kann. Du kommst schon weniger schnell in diesen aufgebrachten Zustand und im „Ernstfall“ gelingt das Herunterfahren deutlich schneller. Hierzu gibt es noch sehr sehr spannende wissenschaftliche Hintergründe (Flucht-Kampf-Starre Modus, Regulation des Nervensystems) – wenn du daran Interesse hast, lass es mich gerne wissen, dann verfasse ich darüber gerne mal einen Beitrag!
  2. VISUELLE HELFER: Wenn du ein visueller Typ bist, kann es sehr hilfreich sein, diesen Kanal für dich zu nutzen. Schreib dir beispielsweise ein Codewort auf und platziere es an allen markanten Stellen in deinem Wohnbereich. Oder ein Bild von deinem Kind als kleines Baby. Ein Herzchen auf deine Hand gemalt. Ein Kreuz, oder ein für dich bedeutsames Bild.
  3. AUGEN SCHLIEßEN: Das hilft mir dabei, mich auf mich selbst zu konzentrieren und bei mir zu bleiben. Ich trenne mich kurz von meiner Umgebung und nehme mich wahr. Außerdem beobachte ich, dass ich häufig automatisch tief einatme sobald ich die Augen schließe.
  4. GLAUBENSSÄTZE: In manchen Situationen kann es auch hilfreich sein, bestimmte Sätze für sich selbst zu wiederholen. Beispiele dafür sind aus meinem Alltag:
    – Das Kind  macht es mir nicht schwer, es hat es gerade schwer.
    – Das ist jetzt schwer, aber ich kann das schaffen.
    – Friede beginnt bei mir.
  5. BEWEGUNG: Für körperzentrierte Typen ist Bewegung ein guter Schlüssel. Aufstampfen, Hüpfen, ein paar Mal im Kreis gehen und schon lässt sich wieder klarer Denken. Auch Fäuste ballen und bewusst wieder lösen kann ein Weg sein, um die Aggression aus dem Körper zu schicken. Da vor allem Wut ein recht körperliches Gefühl ist, hilft hier die visuelle Vorstellung auch, dass man sie zum Beispiel aus dem Körper schüttelt oder wie Wassertropfen mit den Händen fortschickt.

Lass mich gerne wissen, welche Pausentasten du sonst noch kennst oder nutzt!

Welche für dich konkret funktioniert hat sehr viel mit deinem Charaktertyp zu tun. Lies dir die Liste durch und fühl in dich hinein – bei welchen Punkten spürst du Ruhe, was spricht dich an? Alles Weitere ist Versuch und Irrtum. Probiere es in deinem Alltag aus und mach dir gerne Notizen zu deinen Erfahrungen. Du wirst schon bald herausfinden, wo du wirkliche Veränderungen erzielen kannst. Allem voran empfehle ich dir wirklich an den Atemübungen dranzubleiben!

Wenn es mal schiefgeht  (und das wird es ganz bestimmt, denn auch du bist ein Mensch und nicht perfekt), dann wünsche ich dir von Herzen, dass du lernst, mit dir selbst gnädig umzugehen. Verurteile dich nicht, sondern richte deinen Blick liebevoll nach innen und frage dich, was gerade passiert ist und warum. Ich mache oft die Erfahrung, dass dieses erste Durchatmen nach einem Gefühlsausbruch, ähnlich wie die Pausentaste, auch wieder ein überlegtes Handeln möglich macht.

Nutze deine Handlungsfähigkeit und beginne neu. Folgender Satz hat schon sehr viel Heilung gebracht: „Es tut mir leid, ich mag nicht, wie ich das gerade gesagt/ gehandhabt habe. Lass mich bitte neu beginnen!“ Im Moment nach einer Reaktion, mit der wir unglücklich sind, schleicht sich schnell ein Versagensgefühl und Verzweiflung ein. Dieser Satz hat für mich eine unglaubliche Kraft, eine Situation unmittelbar zu entschärfen und neu zu starten. Es macht Gesagtes nicht ungeschehen, aber du bemühst dich um Wiederherstellung der Verbindung. Außerdem können dadurch vor allem auch Kinder von dir lernen, dass es immer einen Weg nach vorne gibt und Fehler wieder gut gemacht werden können.

Zum Abschluss eine kurze konkrete Situation aus meinem Alltag. Ich bin wirklich sehr geräuschempfindlich und fühle mich von einer lauten Umgebung schnell gestresst. Nun ist es nunmal so, dass hungrige Kinder dies auch lautstark bekannt machen und auch quengelig und laut werden. Manchmal dauert das Kochen etwas länger oder der Hunger ist schneller als die Mama 😉 Ich stehe also am Herd zwischen heißer Pfanne, Brett mit scharfem Messer und zwei süßen, lauten, nörgelnden, am Küchentresen sitzender Kinder. Konstant spüre ich wie sich der Druck in mir aufbaut, mehrmals antworte ich ruhig und plötzlich schießt es aus mir heraus: „Jetzt ist einmal RUHE, sonst gibt es GAR NICHTS zu essen.“ Als Antwort bekomme ich zweistimmiges, ebenso lautstarkes Weinen. In diesem konkreten Fall nutzte ich Pausentaste 1 +3. Durchatmen, Augen schließen, nochmal durchatmen. „Kinder, es tut mir leid. Was ich gerade gesagt habe und dass ich so laut war, wollte ich nicht. Lasst mich das bitte neu versuchen. Ich fühle mich gestresst und brauche noch fünf Minuten bis das Essen fertig ist. Ich höre, dass ihr hungrig seid, da geht es mir genauso. Warten ist schwer, aber gemeinsam schaffen wir das. “

Wie immer freue ich mich, wenn dieser Beitrag die eine oder andere Inspiration für DICH bereithält. Ich bin so unendlich dankbar für die Chance, immer weiterwachsen zu dürfen. Schön, dass du mit auf dem Weg bist =)

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